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Einleitung |
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| Warum Foucault ? | |
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Unser Motiv, das Denken Michel Foucaults in diesem Kurs zu einem bzw. dem zentralen Thema zu machen, ist ein unmittelbar praktisch - politisches: Die soziale Welt, so empfinden es sicher viele, wird zunehmend undurchschaubarer. So wurde beispielsweise durch die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen im Kosovo und in Afghanistan wiederum vielen deutlich, wie schwer es ist, sichere Positionen zu beziehen. Und dies ist wohl nicht nur einer mangelnden Informiertheit geschuldet. Die Logiken ökonomischer und politischer Prozesse (Stichwort: Globalisierung) scheinen sich dem 'gemeinen' Verständnis zu entziehen und hinterlassen bei vielen zumindest ein schwer zu artikulierendes Unbehagen, wenn nicht gar eine handfeste Verschlechterung ihrer sozialen Lage. Gerade deshalb, so meinen wir, darf auf eine 'Analyse der Gegenwart' nicht verzichtet werden, muss es gelingen, die soziale Welt als eine historisch gewordene und durch uns veränderbare zu begreifen. Die Alternative hierzu wäre soziale, ökonomische und politische Prozesse, mithin unser eigenes Leben, als quasi naturgesetzlich geregelt zu verstehen und jeweils blind und vorauseilend zu akzeptieren. Eine solche Resignation ebenso wie die Gefühle von Ohnmacht und Unbehagen wären bzw. sind, so meinen wir, aber wesentlich ein Effekt der Begriffe, mit denen wir gewohntsmäßig die Welt analysieren (und nicht im 'So-Sein' der Welt begründet). Diese Begrifflichkeiten:
gehören überwiegend zum politischen Vokabular des 18. und 19. Jahrhunderts und mögen nicht mehr geeignet sein (Foucault würde wohl daran zweifeln, dass sie es jemals waren), soziale, politische und ökonomische Ereignisse und Vorgänge angemessen zu beschreiben. Darüber hinaus bringen diese Analysekategorien den Analysierenden bzw. Kritiker beständig in eine prekäre Situation: Er muss sich als derjenige orten (ohne dies je ausweisen zu können), der im Gegensatz zur 'Masse der Verblendeten', über die Wahrheit verfügt, selbst den Manipulationen nicht erliegt, stattdessen aber sie aufzuklären vermag. Michel Foucault setzt sich in vielen seiner Schriften gerade mit diesen Begriffen und Problemen auseinander und versucht, Alternativen zu entwickeln. Im Zentrum seines Denkens stehen die Konzepte:
Er entwickelt sie vor allem in seinem Buch "Überwachen und Strafen" sowie in unzähligen kleineren Artikeln, Vorlesungen und Interviews. Wir wollen in diesem Kurs diese Konzepte diskutieren, sie so weit als möglich auf ihre Brauchbarkeit prüfen. |